Heute geht es mal in meinem Blog Lisajulie.de um etwas ganz anderes als basteln – es geht um Greenpeace. Vielleicht hast du ja schon einmal von dieser Umweltorganisation gehört. Wenn nicht, auch kein Problem, denn darum geht es schließlich.
Ich habe Pauline von Greenpeace sieben Fragen gestellt, die sie super beantwortet hat. Danke dafür!
Lisajulie.de: Was schützt Greenpeace? Und wie?
Pauline: Greenpeace hat ein paar Überthemen an denen wir arbeiten, zum Beispiel die Energiewende: Wir wollen weg von Kohle und hin zu erneuerbaren Energien wie z.B. Windkraft, Wasserkraft und Solarkraft. Dann gibt es das Thema Waldwende. Wir arbeiten dafür, dass Wälder nicht mehr abgeholzt werden und besonders alte Wälder erhalten bleiben, weil sie ein großer CO2 Speicher sind und sehr wichtig, um den Klimawandel zu bekämpfen. Dann haben wir noch das Thema Meere. Dabei geht’s zum Beispiel um die Artenvielfalt. Natürlich geht es auch um ökologische Landwirtschaft, dass es weniger Monokulturen (dort wird immer nur das gleiche angebaut) und Massentierhaltung geben soll, sondern eine ökologische Landwirtschaft und Tierwohl. Schließlich geht es auch noch um das Thema Frieden. Das hört man ja auch im Namen Greenpeace, also Grüner Frieden. Wir setzen uns zur Verhinderung von Waffenexporten ein.
Was sind die Maßnahmen dafür?
Bei dem Thema Wald kämpft Greenpeace zum Beispiel ganz viel für den Amazonas. Wir prangern viele große Firmen an, die Soja oder Palmöl anbauen. Dafür werden oft große Flächen im Amazonas im Regenwald gerodet und diese Firmen findet Greenpeace heraus. Das ist der erste Schritt. Dann versuchen wir Verhandlungen mit dieser Firma zu machen, die z.B. sagen wir den Regenwald abholzen will. Wenn die Verhandlungen nicht erfolgreich sind, bringen wir alle Informationen an die Öffentlichkeit. Außerdem organisieren wir viele Aktionen, die dazu aufrufen, Marken zu boykottieren, die sich umweltschädlich verhalten.
Gibt es Menschen, die gegen Greenpeace sind?
Ja, es gibt immer Menschen, die gegen Umweltorganisationen sind. Das sind zum Beispiel die Unternehmen, die von Greenpeace angeprangert werden und gegen die Greenpeace Aktionen macht. Außerdem sind das natürlich auch Unternehmen, die nicht so sehr auf die Umwelt achten, weil sie mehr Profite machen wollen.
Darf man auch als Kind bei Greenpeace mitmachen?
Ja, wenn man 8-14 Jahre alt ist. Man kann kleine Greenteams mit Freunden bilden oder sich alleine engagieren. Dann darf man zu vielen Themen Aktionen planen und durchführen, dabei unterstütze ich die Kinder. Im Moment haben wir eine Kampagne zu Landwirtschaft und wir schicken allen Kindern die mitmachen, Mitmachpakete mit kleinen Papierschweinen zum Ausschneiden und anmalen. Man soll eine Botschaft auf die Schweine schreiben und an uns zurückschicken, damit wir die Papierschweine dann an die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner übergeben können, um für das Tierwohl zu protestieren. Wenn man älter als 14 ist, dann kann man sich bei den JAGs (GreenpeaceJugend) anmelden. Die machen ähnliche Aktionen.
Was ist eine Kampagne und wie kann man bei so etwas mit machen?
Bei Kampagnen wird an bestimmten Themen gearbeitet. Wenn es jetzt zum Beispiel eine Landwirtschafts Kampagne gibt, dann beschäftigten wir uns intensiv mit dem Thema und entwickeln verschiedene Mitmachaktionen. Es wird recherchiert, es werden Artikel geschrieben und so weiter. Häufig gibt es auch Unterschriftenaktionen an Politiker und Erwachsene. Das Ziel ist es Aufmerksamkeit für die gewählten Themen zu erzielen, Menschen zum Nachdenken und zum umweltgerechten Verhalten zu bringen.
Wie kann man bei einer Unterschriftenaktion mit machen?
Heutzutage kann man das online machen. Manchmal stehen aber auch Helfer von Greenpeace auf der Straße und fragen nach Unterschriften, doch wegen Corona klappt das aber leider gerade nicht. Aber um unterschreiben zu dürfen muss man leider Volljährig sein.
Was fandest du bis jetzt am Spannendsten, was du bei Greenpeace gemacht hast?
Ich mache ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei Greenpeace. Letztens im Oktober war ich im Dannenröder Wald in Hessen. Dort sollte ganz viel Wald abgeholzt werden, um eine Autobahn zu bauen und deshalb haben Waldbesetzer die Bäume besetzt, damit diese nicht abgesägt werden konnten. Deswegen hat Greenpeace im Wald ein Camp mit Zelten und W-Lan errichtet, damit die ganze Aktion an die Öffentlichkeit gelangen konnte. In dieser Zeit war ich eine Woche im Camp und habe mitgeholfen, beispielsweise fuhr ich Sachen herum und war auch für Logistik zuständig. Das war auf jeden Fall sehr interessant.
Vielen Dank für das super Interview!
Hier geht es zu den erwähnten Internet Seiten von Greenpeace:
www.Greenpeace.de
https://kids.greenpeace.de/
https://greenpeace-jugend.de/
Außerdem hoffe ich, dass du das Interview genauso interessant fandest wie ich und vielleicht das ein oder andere Neue über Greenpeace erfahren hast.
